Blog · Philip Semmelroth

Eine Firma ist kein Selbstzweck – sondern ein Instrument

Das Leben als Unternehmer wird von vielen Menschen idealisiert – vor allem von Eigentümern selbst. Ohne ein gewisses Maß an Selbstbetrug würde sich wohl niemand die ganzen Aufgaben auf die Schultern laden.

Natürlich sind auch Kompromisse nicht grundsätzlich schrecklich. Doch man wird niemals sein volles Potenzial ausschöpfen können, wenn man nicht das eigene Kettenhemd abstreift. Ob die Selbstständigkeit dafür der perfekte Weg ist, muss jeder für sich beantworten.

Die Mythen der Selbstständigkeit

Die Vorstellung eines Lebens als Firmenbesitzer umgibt viele Mythen. Vor allem zwei Ideen sind weit verbreitet und nach wie vor unausrottbar: Unternehmer in spe wollen „ihr eigener Chef" sein. Und sie wollen „sich ihre Zeit selbst einteilen können". Beides ist – gelinde gesagt – eine Illusion. Eigener Chef sind erfolgreiche Businessleute eigentlich nie. Rechtlich mag einem die Firma gehören, doch Chef ist immer der Kunde. Nur er entscheidet, ob die Firma wächst, welche Dienstleistungen und Produkte im Schaufenster stehen und welche Öffnungszeiten erforderlich sind.

Auch die freie Zeiteinteilung bleibt für viele unerfüllt. Denn immer, wenn sie mit anderen Menschen interagieren, müssen sie sich mit deren Interessen arrangieren.

Chef ist immer der Kunde. Nur er entscheidet, ob die Firma wächst, welche Produkte im Schaufenster stehen und welche Öffnungszeiten erforderlich sind.

Löse Dich aus dem Tagesgeschäft

Daher meine Empfehlung für jeden Existenzgründer: Löse Dich von der Rolle des geschäftsführenden Sachbearbeiters. Steige, so schnell und soweit es geht, aus dem operativen Tagesgeschäft aus. Nur so vergrößerst Du Deinen Handlungsspielraum und gewinnst Zeit, in der Du über strategische Dinge nachdenken kannst.

Zu guter Letzt gibt es noch die vielen Unternehmer, die schlicht ihre Leidenschaft ausleben wollen. Sie sehen ihre Firma als „Baby" und opfern sich Tag und Nacht auf. Verfolgen Projekte, die zum Scheitern verurteilt sind, investieren Energie, verzichten auf Gehalt und können nicht loslassen. Viele denken, mit nur genug Herzblut sei der Firmenerfolg garantiert. Ich sehe das kritisch. Genauso entstehen Senfläden, Stores für selbstgenähte Hundehalsbänder und ähnliche Liebhaberprojekte.

Meine Meinung? Man sollte seine Leidenschaft nicht suchen, sondern entwickeln. Aus meiner Sicht musst Du eine Firma nicht besitzen, um unternehmerisch zu wirken. Stelle einfach immer wieder Ergebnisse sicher. Dann wirst Du die gleichen Vorzüge ohne die rechtlichen Herausforderungen genießen können.

Mehr Strategien für ein profitableres Business findest Du in meinem Ratgeber „55 Business-Turbos für KMU: Mehr Zeit, mehr Kunden, mehr Gewinn".

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